Herzlich Willkommen bei den Tasteninstrumenten!

So begrüßt Euch Harriët Markus:

Jeder kennt ein Klavier. Möglicherweise steht sogar eines bei Dir zu Hause. Und natürlich verstehst Du auch, dass ein Klavier ein Tasteninstrument ist, schließlich hat es eine Tastatur mit weißen und schwarzen Tasten. Aber ein Keyboard hat auch eine solche Tastatur. Und was ist mit der Kirchenorgel? Die hat manchmal sogar mehrere Tastaturen übereinander!

Und dann ist da natürlich noch das Akkordeon. Auch dieses Instrument verfügt über eine Tastatur, die jedoch beim Spielen senkrecht auf deinem Schoß platziert wird. Es gibt auch Akkordeons, die statt Tasten nur Knöpfe haben und noch immer zu den Tasteninstrumenten zählen.

Es gibt noch viele weitere Tasteninstrumente. Wir nennen noch einige mehr: Flügel, Cembalo, Harmonium, Bandoneon, Konzertina, Zieh-Harmonika, Melodica und so weiter und so weiter.

Diesen Instrumenten ist also gemeinsam, dass man zum Spielen einen Knopf oder eine Taste drücken oder anschlagen muss. Die Art und Weise, wie der Klang des Instruments erzeugt wird, ist jedoch sehr unterschiedlich.

Bei einem Klavier oder Flügel schlägt beim Spielen auf der Tastatur eine Art Hammer auf die Saiten des Instruments. Man könnte also sagen, dass ein Klavier oder Flügel auch fast wie ein Schlaginstrument, zum Beispiel eine Trommel oder ein Saiteninstrument wie etwa eine Gitarre, ist.

Aber beim Spielen eines Akkordeons strömt Luft an metallischen „Zungen“ vorbei, die dann vibrieren und einen Ton erzeugen. Ähnliches geschieht in den Pfeifen der Kirchenorgel. Ein Akkordeon und eine Kirchenorgel sind also auch so etwas wie ein Blasinstrument, obwohl man nicht mit dem Mund bläst.

Das Keyboard ist ein elektronisches Instrument. Es kann die Töne aller Instrumente erzeugen und sie vielfältig verändern. Du hörst den Ton über Lautsprecher.

In der Musikschule kannst Du das Spielen der Tasteninstrumente Klavier, Keyboard und Akkordeon erlernen. Schaue mal, bei wem Du Unterricht nehmen kannst.

Übrigens: Die lustigen Bilder sind von Anna Schulte Osthoff und Du findest sie auch auf dem Flur in der Musikschule

Das Klavier

Alexander Sternemann erklärt:

Wusstest du, dass das Wort Klavier vom lateinischen Wort „Clavis“ herkommt, was „Taste“ bedeutet?
88 Tasten hat das Klavier, und du kannst auf dem Bild sehen, was innen drin passiert, wenn wir eine Taste spielen. Der weiße Dämpfer hebt sich, und der schwarze Hammer schlägt gegen die drei Saiten, die alle auf denselben Ton gestimmt sind. Wenn wir die Taste schnell und fest anschlagen, erzeugen wir einen lauten Ton, wenn wir sie langsam und sanft herunterdrücken, einen leisen. Das ist eine Besonderheit des Klaviers, deswegen heißt es auch „Pianoforte“, das bedeutet übersetzt so viel wie „das Instrument, das leise und laut spielen kann“. Wenn wir die Taste loslassen, fällt der Dämpfer wieder auf die Seite, so dass sie abgedämpft wird. So wird der Ton beendet.

In der Musikschule gibt es nicht nur Klaviere, sondern auch Flügel. Du hast bestimmt das Bild oben mit dem „Flüler“ gesehen. Flügel haben längere Saiten als das normale Klavier und klingen sogar noch schöner. Allerdings ist ein Flügel auch so teuer wie ein Auto.

Noch nicht so lange gibt es elektronische Klaviere, die E-Pianos, oder in kleinerer Form mit einigen Zusatzfunktionen die „Keyboards“. Die sind viel günstiger als Klaviere und Flügel, und man kann sie auch mit dem Kopfhörer spielen, wenn niemand gestört werden soll. Oder umgekehrt, wenn es richtig laut sein soll, kann man sie an große Lautsprecher anschließen. 

Pop/Rock, Klassik oder Jazz: in jeder dieser Musikrichtungen ist das Klavier zuhause. Du kannst es allein spielen, aber auch zu zweit („vierhändig“) oder mit anderen Instrumenten zusammen. 

Das Akkordeon, ein vielseitiges Instrument

Harriët Markus verrät, warum:

Das Akkordeon ist richtig jung: In seiner heutigen Form gibt es das Instrument erst seit etwa 100 Jahren. Du denkst jetzt vielleicht „100 Jahre, ist das nicht schon alt?!“, vergleiche es aber mit anderen Tasteninstrumenten wie Klavier und Orgel. Dann redest Du von 300 bis über 1000 Jahren!

Leider haben Komponisten wie W.A. Mozart, J.S. Bach und viele anderen daher keine schöne Musik für das Akkordeon schreiben können, da das Instrument noch nicht existierte. Aber wusstest Du, dass ihre Musik wirklich gut klingt, wenn man sie auf einem Akkordeon spielt? Höre hier eine Aufführung von J.S. Bachs berühmtem Werk „Die Goldberg-Variationen“

Glücklicherweise gibt es heutzutage noch Komponisten,
die mittlerweile auch für Akkordeon schreiben!
Hier hörst Du „Views from a Dutch Train“ vom
holländischen Komponisten Jakob ter Velthuis.

Auch in der Volksmusik, etwa im „Klezmer“, in der osteuropäischen Musik, der irischen Musik, der französischen Musette, im argentinischen Tango u.s.w. hört man ein Akkordeon. Obwohl - der argentinische Tango wird eigentlich auf einem Bruder des Akkordeons, dem Bandoneon, gespielt. Einer der berühmtesten Bandoneonisten und Komponisten war Astor Piazzolla.

Viel Volksmusik wird auf einer Ziehharmonika, dem anderen Bruder des Akkordeons, gespielt. Das Akkordeon ist schließlich auch in der Jazz- und Popmusik zu hören.

Hier kannst Du den Jazzstandard „Blue Bossa“ von K. Dorham, „Le Banquet“ von Yann Tiersen und eine besondere Aufführung von „Skyfall“ – Adele hören.

Das Besondere im September

Konzert „FanTastisch auf Tasten“: 24. September, 16 Uhr

Es ist lange her, dass wir das große Konzert „FanTastisch auf Tasten“ veranstaltet haben. Doch am 24. September ist es endlich wieder so weit: Das Konzert des Bereichs Tasteninstrumente präsentiert die Tasteninstrumente im weitesten Sinne des Wortes. Es gibt natürlich wieder schöne klassische Werke und Kammermusik, aber dieses Mal gibt es auch kleine „Combos“ mit Klavier, Keyboard und/oder Akkordeon mit bekannten Rock- und Popsongs unter anderem von Ed Sheeran, Bruno Mars und Udo Lindenberg. Und am Ende des Konzerts setzen sich allen Teilnehmern, Akkordeonisten, Keyboardisten und Pianisten zusammen auf die Bühne und musizieren das große Finale-Stück „Smoke on the Water – Deep Purple“.

Voll begeistert sind alle beim Improvisations-workshop mit Niko Dolle (vorn, Mitte) der versammelten Tasten. Wir sind gespannt auf das Konzert am 24.09.!

Workshop „Rock-Pop und Improvisation“: 10. September, 10-14.30Uhr

Im Vorfeld dieses Konzerts veranstalteten wir einen Workshop für alle Klavier-, Keyboard- und AkkordeonschülerInnen unter der Leitung unseres Gitarrenlehrers Niko Dolle. Während dieses Workshops haben wir ​​​​​​anhand eines Orchester-Blues und Deep Purples „Smoke on the Water“ gemeinsam gespielt, geprobt und haben Improvisieren geübt.
Hinter den Kulissen arbeiten wir bereits hart daran, diesen Workshop zu einem Erfolg zu machen und die Ergebnisse bei "FanTastisch auf Tasten" vorzustellen!

Schöne Bilder vom schönen workshop

Herzlichen Dank an Fotografin Kristina Hoxhaj, sie war Euch den ganzen Tag auf der Spur!

Was ist Ihnen wichtig, Harriët Markus?

Die Hüterin der Tasten macht sich Gedanken

So wie die Sonne die Blumen färbt, färbt Musik das Leben. 

Früher wollte ich Tierärztin oder Biologin werden, aber bald darauf begeisterte ich mich immer mehr für das Musizieren, das Akkordeonspielen und ich wollte nichts sehnlicher, als diese Leidenschaft auf andere zu übertragen. Und nun arbeite ich schon lange – seit 1992 – als Akkordeonlehrerin an der Musikschule Coesfeld und als Jekits-Lehrerin an der Grundschule. Meine Lieblingsbeschäftigung in der Musikschule ist das Dirigieren. Ein wunderschönes Arrangement für ein großes Orchester mit Akkordeons und anderen Instrumenten zu machen und zu dirigieren, ist meine Leidenschaft und mein Leben! Es ist sehr cool, mit all diesen begeisterten Spielern etwas Schönes daraus zu machen und es dann vor Publikum aufzuführen. Durch die vielen Weihnachts- und Adventskonzerte und das Jubiläumskonzert der Musikschule im Jahr 2022 sind schon viele schöne Erinnerungen entstanden. Und auch diesbezüglich habe ich jede Menge Ideen für die Zukunft. 

Eines der besten Dinge am Unterrichten ist, wenn ich merke, dass ein Kind zu verstehen beginnt, wie man ein Musikstück einstudiert, wie dadurch plötzlich aus abstrakten Noten und technischen Aktionen Musik wird, wie ein Mensch sich ausdrücken kann. Musik ist schließlich Emotion und wenn man das über sein Instrument dem Zuhörer vermitteln kann, ist die Mission meiner Meinung nach erfolgreich. Wenn ich sehe, wie ein junger Mensch Schritte in diese Richtung unternimmt, berührt mich das. Das macht die Arbeit schön! 

FanTastisch auf Tasten

Bilder vom Konzert

Was haben die Tasten ...?

Interviews von A - Z

Drei unserer TastendozentInnen erzählen von sich:

Die Allgemeine Zeitung Coesfeld sieht das so:

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