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Klangvolles Finale der 37. Coesfelder Orchestertage im Konzert Theater

Vom zarten Piano bis zum schmetternden Glanz


Fotos: Christian Brüning

AZ. vom 23.Mai 2018

Ulrich Wesseler

Der Schlagzeuger ist der vielseitigste Musiker eines Orchesters, er bedient nicht nur die Pauken, sondern auch etliche andere Instrumente - wenn es denn etwas zu spielen gäbe. Da scheint bis vor einigen Jahren in der einschlägigen Literatur offenbar Mangel geherrscht zu haben, was einen renommierten Komponisten des 20. Jahrhunderts dazu brachte, ein Konzert für Schlagzeug zu schreiben.

Eben dieses Werk op. 70 von Berthold Hummel war das große Highlight bei den Coesfelder Orchestertagen 2018. Dieser schon seit Jahrzehnten praktizierte "Unternehmen" hat sich zum Ziel gesetzt, mit talentierten Musikerinnen und Musikern jeglichen Alters unter Anleitung von Tutoren aufführungsreife Werke zu erarbeiten und der Öffentlichkeit vorzustellen.

Das so gebildete Orchester unter der Leitung von Alexander Scherf hatte Jaime Moraga Vasques als Solisten zu Gast, der mit seiner Schlagzeugbatterie und profundem Können das Publikum beindruckte. Das war im Konzert Theater leider nicht so zahlreich, wie es sich mancher wohl erhofft hatte. Denn über die reine "Instrumentenkunde" mit Vibraphon, Marimbaphon, Tempelblocks, Bongos, Tamtam und andere hinaus praktizierte der Solist ein Feuerwerk an Klängen, manchmal geradezu mit artistischen Bewegungsabläufen und gut erkennbaren unterschiedlichen Schlägern und deren Handhabung.

Sogar mehrstimmige Passagen und Melodien waren erkennbar. Das ganze eingebettet in ein großes Orchester mit starker Streicher und üppiger Bläserbesetzung, auch noch mit großer Trommel, Pauken und Glocken. Das ist ja auch ein wesentliches Ziel der Orchestertage: möglichst vielen das Mitmachen zu ermöglichen.

Deshalb auch der zweite Wurf dieses Abends: Sinfonische Tänze aus der "Westside Story" des legendären Dirigenten und Komponisten Leonard Bernstein. Dieses international erfolgreiche Musical, dessen Handlung auf der Liebe zwischen Menschen aus zwei verfeindeten Lagern basiert, enthält zahlreiche buntschillernde Sätze vom hauchzarten Piano bis zum schmetternden Glanz gleich einem Blumenstrauß, der unter den Händen des Dirigenten zu blühen begann.

Dabei ist der Komponist nicht zimperlich, manchmal fällt er mit lärmendem Pathos über das Publikum her. Das machte dem Orchester hörbares Vergnügen, immer inspiriert und gezügelt durch Alexander Scherf. Deshalb auch für ihn - neben allem Applaus - Blumen. Ganz besonders aber auch für Christa Enseling-Korkusuz, seit Jahren die unermüdliche und erfolgreiche Organisatorin der Coesfelder Orchestertage.

Fotogalerie bei Proben und Konzert 

 

 


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