Kanadier baut Schüler-Rock-Band am Nepomucenum auf.
Gymnasium Nepomucenum kooperiert mit dem Zweckverband Musikschule.
Jonathan Earp unterrichtet seit Februar das Instrumentalfach „Gitarre“ für die Musikschule. Nun gestaltet der Kanadier die neue Kooperation des Gymnasium Nepomucenum mit dem Zweckverband Musikschule: Er baut nach den Sommerferien mit Musiklehrer Jan Stauvermann eine Schülerrockband auf. Schon jetzt haben sich Fünftklässler für das neue und bisher in der Kreisstadt einmalige Projekt angemeldet. Weitere Interessierte sind herzlich willkommen: Tel. 0 25 41 / 701 77 (Musikschule Coesfeld). „Wir läuten damit eine neue Ära der Zusammenarbeit im Bereich populärer Musik ein“, freut sich Bernd Mertens, stellvertretender Leiter der Musikschule Coesfeld Billerbeck Rosendahl. „Mit Jonathan Earp haben wir einen erfahrenen Pädagogen gewonnen. Er kennt sich mit dem Aufbau von Bands und der Verbesserung des Zusammenspiels hervorragend aus.“ Auch räumlich und in punkto Ausstattung sind die Bedingungen nach den Ferien exzellent. So wird ein Band-Raum in der Schule an der Holtwicker Straße eingerichtet und mit moderner Musiktechnik ausgestattet. „Das gibt uns die Chance, weitere Bands zusammenzustellen und zu unterrichten“. Jutta Wenzlaff, Fachbereichsleiterin „Zupfinstrumente“, gibt unumwunden zu, dass ein damit langgehegter Traum in Erfüllung geht. „So können wir den vielen gut eingespielten Gitarren- und E-Gitarrenschülern den wichtigen altersgerechten Schritt zum Band-Zusammenspiel anbieten.“ Auch diejenigen, die nicht das Glück haben im Bandprojekt des Nepomucenum zu sein, können also bei denselben Lehrpersonen und in denselben Räumlichkeiten Unterricht nehmen. Jonathan Earp hat an der Guitar Academy in Toronto, als Dozent an der Brock University St. Catharines in Ontario sowie am Mohawk College Hamilton unterrichtet. Der 59-jährige hat als Konzertagent gearbeitet, solistisch wie in unterschiedlichen kammermusikalischen Besetzungen konzertiert und zahlreiche Meisterkurse absolviert. Wir haben Jonathan Earp anlässlich der neuen Rockband-Arbeit am Nepomucenum befragt.Herr Earp, Sie unterrichten seit Februar deutsche Musikschüler. Was ist anders als in Ihrer kanadischen Heimat? Unterscheiden sich Menschen, die Art der Musikvermittlung? Es gibt hier diese fantastische Deutsch-Rock-Musik, die sich mehr und mehr entwickelt. Einerseits kann ich viel von dieser Musik lernen. Andererseits gefällt es mir sehr, dass die Schüler auch andere Musikrichtungen mögen. Ich freue mich darauf, hier in Coesfeld mit den Jugendlichen zu experimentieren. Ich stelle fest, dass die Unterschiede zwischen den Menschen nicht besonders groß sind, denn in der Essenz möchten Deutsche und Kanadier Freude an der Musik haben. Was sagen Sie zu der neuen Ganztagsoffensive in der deutschen Schullandschaft?Kanada hat seit über 100 Jahren ein Schulsystem wie die Ganztagsoffensive. Das hängt damit zusammen, dass die Schüler weite Strecken zur Schule überwinden müssen. Ich glaube, hier in Deutschland sollte man gut darauf achten, dass die Schülerinnen und Schüler sich in diesem System wohl fühlen und sich trotz des langen Schultages ganzheitlich entwickeln können.Wie baut man eine Band auf? Können Sie uns das in wenigen Worten erklären?Man braucht zuerst die motivierten Schüler und natürlich die äußeren Voraussetzungen wie Raum, Instrumente etc.. Dann Musik, die allen gefällt. Wenn die Jugendlichen sich beim Musikmachen zusammen finden und sich wohl fühlen, werden sie Freude dabei haben. Das ist die Voraussetzung für die beste musikalische Qualität. Die wünsche ich mir.Wie werden Sie mit den 10- oder 11-jährigen arbeiten? Was ist Ihr Part, was liegt in der Verantwortung von Herrn Stauvermann, Musikpädagoge am Nepomucenum?Wir werden die Musik, die die Schüler sich wünschen, nach Möglichkeit aufgreifen und arrangieren. Es gibt dabei so viele verschiedene Details zu klären, die man jetzt im Einzelnen gar nicht aufzählen kann. Ich freue mich sehr darauf, mit Herrn Stauvermann zu arbeiten. Wir beide sind sehr motiviert und ich glaube, die Aufgaben werden sich während der Bandcoachings zeigen und ganz natürlich verteilen.Welche Schülerinnen und Schüler können sich noch melden. Gibt es bestimmte Instrumentalisten, die Sie besonders benötigen? Normalerweise besteht eine Rock-Band aus Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboard und selbstverständlich Gesang. Ich hoffe, dass auch andere Instrumentalisten sich angesprochen fühlen mit zu machen. Wo wollen Sie nächstes Jahr um diese Zeit mit Ihrer Rockband stehen?
Ich wünsche mir, dass alle Schülerinnen und Schüler, die in der Rockband mitmachen, Freude daran empfinden, gemeinsam zu musizieren.