Abschlusskonzert der diesjährigen Orchestertage begeisterte das Publikum im Konzerttheater.
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AZ vom 30.Mai 2012:
Ulrich Wesseler
„Sinfonische Tänze" - was für ein wundervoller Titel für ein großes Konzert! Indes liegt der Schwerpunkt mehr auf „sinfonisch" in dieser Schlussveranstaltung der Coesfelder Orchestertage. Von deren Teilnehmern möglichst vielen das Mitmachen zu ermöglichen, darin liegt jedes Mal eine gewisse Herausforderung.
Das gelingt immer am Besten mit großen sinfonischen Werken, die gleichzeitig eine zweite Aufgabe bereithalten, nämlich anspruchsvolle Literatur zu erarbeiten und nach wenigen Tagen Probezeit der Öffentlichkeit vorzustellen. Damit das Ganze nicht zum Abenteuer mit ungewissem Ausgang wird, dafür sorgten auch in diesem Jahr wieder Christa Enseling-Korkusuz und ihr Tutorenteam, vorwiegend aus Lehrkräften der Coesfelder Musikschule.
So zeigte sich ein stattliches Orchester auf der Bühne im Konzert Theater, beflügelt durch den Dirigenten Alexander Scherf. Und auch ein Solist war zur Stelle: „Noch"-Student Valentin Priebus spielte das Konzert h-Moll für Violoncello und Orchester op.104 von Antonin Dvorak.
Wenngleich der Komponist ein Cello als ein „Stück Holz, das oben kreischt und unten brummt" bezeichnet hatte, schuf er doch hier ein bedeutendes, anspruchsvolles Werk und gibt dem Solisten genug Gelegenheiten zu gesanglicher Entfaltung, die dieser auch nutzte. Im Wechselspiel mit dem zurückhaltenden Orchester und seinen Klanggruppen entstand so ein elegantes Beziehungsgeflecht in einer überzeugenden Interpretation.
Die Vielfalt der Instrumente ist überraschend: in Rachmaninows Sinfonischen Tänzen op.45 finden sich neben den Streichern und einer starken Blechbläsergarnitur kleine und große Trommel, Glockenspiel, Tamtam, Becken, Pauken, Klavier und Harfe, zu den üblichen Holzbläsern noch Altsaxophon und anderes mehr.Daraus entwickelte der russische Komponist, der ursprünglich Klaviervirtuose war und viele seiner Werke nur nach einer psychotherapeutischen Behandlung schreiben konnte, in wechselnden rhythmisch-metrischen Abschnitten und oft stark synkopisiert ein Klanggemälde von riesigen Ausmaßen.
Von bitter-süß bis strahlend-freudig ist alles da, was Orchestermusikern Freude macht. Die war ganz offensichtlich vorhanden, alle spielten zum eigenen Vergnügen und dem des Publikums. Alexander Scherf konnte die klangschwelgerischen Effekte verwirklichen, hielt aber Maß bis zum letzten Punkt.
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Fotogalerie Proben und Konzert 2012: